Schreiben war
schon immer
Mit 55 Jahren legt der gebürtige Duisburger Christian Balke seinen ersten Roman vor. Schreiben war schon immer. Nur gut, dass die „Zirkus-Posse“, wo der Direktor mit tanzendem Tiger ins Publikum ritt, im Kindergarten verschollen ist. Die Buhrufe hallten nach.
Später schweißte der Fan des MSV Duisburg dicke Gasrohre, besuchte parallel das Abendgymnasium in Duisburg-Hamborn. Prägend: der Arbeitskampf der Krupp-Stahlarbeiter 1987/88 in Rheinhausen, der damals 17-jährige Balke mit seinen Kollegen solidarisch mittendrin.
Wenige Jahre später der Mauerfall: Vater Balke, knorriger „Preuße“, eigentlich trocken wie der Sand der märkischen Erde, auf der er geboren wurde. Der heulte wie ein kleines Kind.
Christian Balke setzt sich intensiv mit den Begriffen Freiheit und Diktatur, Opportunismus und Widerstand auseinander. Und tanzt Silvester 1989 mit Freunden am Brandenburger Tor. Der tiefste Einschnitt in das unbeschwerte Leben als Student: Die Heimat der Mutter, die schönen Berge Bosniens, versinken ab 1992 in Krieg und Blut. Die bosnisch-kroatische Familie der guten Mutter Balke mittendrin. Entrechtet und entwurzelt.
Statt weiter die Abteilungsleitung beim städtischen Gasversorger anzustreben, wird aus Christian Balke ein Tageszeitungsjournalist, Redakteur, später Korrespondent im ehemaligen Jugoslawien. Immer im Fokus seines Schaffens: Die Menschen des Ruhrgebiets, die er über alle Maßen schätzt. Für Mutterwitz, das klare Wort und die Bodenständigkeit. Und die Menschen und Länder Südosteuropas, die „Stiefkinder“ des Kontinents, die uns allen doch so viel geben könnten.
Heute lebt er mit Frau und Kindern in Frankfurt am Main, wo er seiner Frau und seinen Töchtern zuliebe bleibt. Balke arbeitet mittlerweile als kaufmännischer Angestellter und schreibt im Nebenberuf Romane.
Und strebt weiter nach dem Guten, zu dem es uns doch letztlich zieht.

